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Michael Hofstetter: Von der Ortlosigkeit der Kunst, 1997
An die Stelle einer Avantgardefunktion der Kunstwerke trat eine Avantgardefunktion der Diskurse. Der Diskurs vermeidet Geschichte und hypostasiert die Mode, deren Produkt er ist und die er zugleich mitproduziert. Der verknüpfende Charakter eines Diskurses umgreift nicht wie in der Kunst die eigenen Bedingungen, sondern verweist in Ökonomische, Soziale, Ethnische, Sexuelle , Psychoanalytische und Ökonomische. Dieser referentielle Totalisationsanspruch der Diskurse braucht im Unterschied zu dem Anspruch der Kunst weder einen eigenen Ort, an dem er sich manifestiert noch eine geschichtliche Immanenz, aus der er sich begründet. Der Verlust des Ortes und der Verlust der Geschichte gehen deshalb einher mit der Unmöglichkeit der Kunstwerke, sich selbst zu begründen. Das Betriebssystem Kunst leistet nicht nur durch Kompatibilität aller Kunstwerke, sondern auch in seiner Praxis von Wanderausstellungen diesem Verlust von "Geschichte und "Ort Vorschub. Wo (Kultur)geschichte oder Ort nicht mehr die Klammer für eine Ausstellung bilden, tritt ein Diskurs an ihre Stelle. Die ausgestellten Arbeiten werden zu Beispielen des diskursiven Überbaus. Sie sind im besten Fall sich selbst reflektierende Attrappen dieses Überbaus, meistens aber nur drapierte Beispiele. Die drei sockelähnlichen Kisten des Werkes "Substitut sind Platzhalter, die in der Abivalenz von autonomer Figur und referen-tiellem Objekt verharren. Sie reflektieren sowohl ihre Ortlosigkeit wie auch ihren Attrappencharakter, indem sie sich als Substitut versteckter Diskurse und verlorener Orte präsentieren |
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