Michael Hofstetter
Signatum Signum, 1991


Intervention im öffentlichen Raum von Hannover

 


… daß der Zickzackverlauf der eingezogenen Trennwand durch eine Glasfront, welche sich aus einer Reihung von siebzig Drahtglasscheiben (210 cm x 150 cm) erstellt, begradigt wird. Dies soll - neben einer Klärung hinsichtlich der Funktionalität der Trennwand - dem Resttunnel das ihm eigene Moment von Proportion und Transparenz wiedergeben, das mit der Abtrennung verlorenging. Durch die Glaswand entstehen Nischenräume, die nicht betreten werden können. Diese Nischenräume werden nun mit hellem Neonlicht versehen. Dadurch wird der ganze Fußgängertunnel in ein helles indirektes, gleichmäßiges Licht getaucht. Der „fiktive Bezug“ wird konkretisiert, indem am tiefsten Punkt der entstandenen Nischenräume ein Foto mit Blick auf den durch die Trennwand versperrten Resttunnel angebracht wird. Dieses Foto hat die Funktion eines „Fensters“, durch das der Passant auf den Restteil
des Tunnels schaut.


Die Fotobilder, welche am tiefsten Punkt der Nische angebracht werden, erfahren von Nische zu Nische folgende Abweichung: der Illusionsraum im Foto nimmt zur Mitte des Tunnels hin ab und wird zu den Ausgängen hin größer, d. h. alle Fotos für die Nischen werden von der Mitte des Tunnels in einem 180- Grad-Schwenk der Kamera aufgenommen. Die nun auf die jeweiligen Nischen verteilten Fotos beschreiben mit ihrer dargestellten Räumlichkeit eine Hyperbel, die sich der Geraden der Fensterfront zur Mitte des Tunnels hin nähert und zu den Ausgängen des Tunnels hin von der Geraden entfernt.